Die Mühle "Aurora"
1880

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Baudenkmal „Mühle Aurora“


Seit nunmehr 120 Jahren steht sie auf ihrem (neuen) Platz an der Bundesstraße 5, in unmittelbarer Nähe der Bahnlinie Heide - Husum. Ein Wahrzeichen Weddingstedt’s, die Galerie – Korn – Windmühle „Aurora“.

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Bild: Die Mühle "Aurora"

In den Jahren 1879 – 1880 ist sie hier aus dem Abbruchmaterial der „alten“ Mühle errichtet worden. Die „alte“ Mühle, ein Erdholländer (der Unterbau war ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel) mit Reeteindeckung, stand seit 1832 gegenüber der Schule an der Ostroher Straße. Zu ihrem Besitz gehörte damals auch eine Schankwirtschaft.

Sie war aber nicht die erste Mühle in Weddingstedt. Müller bzw. Mühlen werden, in alten Akten nachlesbar, schon im Jahre 1678 erwähnt.

peters.jpg (20044 Byte)Der Familienname „Peters“ als Eigentümer der Mühle geht zurück bis in das Jahr 1845.

„Glück zu“. so grüßten einst die Müller einen jeden, der zu ihnen in die Mühle kam, in der sie „bei Tag und Nacht stets wach, uns das Korn zu Brot (Mehl) mahlten“.

 

Die Zeiten haben sich gewandelt. Den wohlhabenden Müller unserer Märchen und Volkslieder gibt es schon lange nicht mehr.

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Bild: Die Mühle im Querschnitt

Industrielle Großbetriebe lösten die Windmühlen ab. Diese wurden, da sie keinen Gewinn mehr abwarfen, fortan den Unbilden der Natur überlassen und somit dem Verfall preisgegeben oder abgebrochen. Heute sind wir den traditionsbewussten Müllerfamilien dankbar, die ihre Mühlen vor dem totalen Abbruch bewahrt haben.

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Bild: Das Trauzimmer

So empfinden wir beim Anblick unserer alten Mühlenbauten mit ihren nach Jahrhunderten oft noch arbeitsfähigen hölzernen Getrieben und Mahlgängen Achtung und Bewunderung für die Leistungen der damaligen Mühlenbauer.

Auch unsere „Aurora“ ist ab 1950, über die „Stilllegung“ 1975, bis zur „Unterschutzstellung“ im Jahre 1986, nur die Unterhaltung zu Teil geworden zu der der Eigentümer finanziell in der Lage war. Das änderte sich im Jahr 1987. Auf Betreiben der damaligen Gemeindevertretung erfolgte, neben der Eintragung in das Denkmalbuch als „Kulturdenkmal von besonderer geschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung“, auch die Aufnahme in das „Dorferneuerungsprogramm Weddingstedt“ Runde 150.000 €, überwiegend öffentliche Mittel, aber auch private Spenden und Eigenmittel der Eigentümer wurden 1989 verbaut und ließen unsere „Aurora“ in altem Glanz erstrahlen.

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Bild: Erdgescho&szlin; der Mühle

Mit der „Unterschutzstellung“ wurde dem Eigentümer eine besondere Verpflichtung zur Erhaltung seines Eigentums auferlegt.
Andererseits ergibt sich durch die „Unterschutzstellung“ aber auch eine gesellschaftliche Verpflichtung, Kulturdenkmale zu pflegen und zu schützen, um sie für unsere nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Im erweiterten Sinne also eine Pflicht eines jeden Bürgers.

Text:

Werner Lach
ehem. Vorsitzender des Mühlenvereins „Aurora“ Weddingstedt von 2000 e. V.

Zeichnungen:
Udo Kienchef, Dipl.-Ing. Architekt, Hennstedt